Hier finden Sie unsere nicht mehr aktive Projekte
Naturwald Palsterkamp in Bad Rothenfelde
BUND Geschäftsführer Matthias Beckwermert mit den Bundesfreiwilligen im Einsatz
Der Naturwald Palsterkamp wird gemäß dem Motto "Natur Natur sein lassen" nicht mehr forstwirtschaftlich genutzt. Das Waldgebiet unterliegt dem sog. Prozessschutz und ist mit der Pacht vom BUND vor Eingriffen geschützt. Auf ca. 12 ha Mischwaldfläche mit Feuchtwaldcharakter können sich Pflanzen und Tiere ungestört entwickeln. Ein einmaliges Schutzgebiet für unsere Region, ein wichtiges Projekt für den Naturschutz. Neben vielen Vogelarten (Kleinspecht, Eisvogel etc.) und Pflanzenarten (Ständelwurz, Grauerle etc.) sind insbesondere unzählige Insekten im Naturwald beheimatet. Der hohe Anteil von Totholz ist eine wichtige Voraussetzung für diese Artenvielfalt.
Der BUND organisiert daher auf Anfrage Exkursionen, um dieses Waldgebiet mitten in Bad Rothenfelde mit seiner Vielfalt vorzustellen. Natur erleben als Grundlage für einen sensibleren Umgang mit unserer Umwelt, dieses Ziel haben wir uns gesetzt. Auch Gruppenführungen sind möglich.
Renaturierungsfläche in Bad Rothenfelde (Kopie 1)
Hallo Zusammen,
am letzten Wochenende ist eine weitere Fläche eingesät worden. Die Fläche befindet sich auf einer zukünftigen Renaturierungsfläche in Bad Rothenfelde und ist an den Naturwald Palsterkamp angegliedert. Hier entsteht auch das sog. Forscherhaus, für Jugendliche und Kinder zwecks Umweltbildung und Jugendarbeit.
Das Saatgut wird hier gerade eingebracht- wieder die Regiomischung "Osnabrücker Mischung", die wir auch aufgrund ihrer und einer großzügigen Spende von ML Reifen aus Wallenhorst finanzieren konnten - weitere Flächen folgen...
Gruß aus dem Naturschutzzentrum Osnabrück
Matthias Beckwermert
(BUND KG OS)
Kamerunschafe
Unsere Schafsherde besteht derzeit aus sechs Kamerunschafen. Drei von ihnen stehen in Ostercappeln und zwei Damen sowie unser Bock sind in Bad Rothenfelde zu Hause. Durch den Schafbefraß werden die Flächen freigehalten und verlieren über die aufgenommene Vegetation an Nährstoffen. Entstehende nährstoffarme Wiesen sind an Strukturreichtum und Artenvielfalt kaum zu übertreffen, sie werden jedoch immer seltener. Unsere Schafe sind in ihrem Verhalten sehr unterschiedlich. Einige sind recht zutraulich und sehr neugierig, andere sind hingegen noch etwas vorsichtiger und halten mehr Abstand zu Menschen. Doch wenn es um Futter geht, kann man sie alle als gierig und fast angstfrei beschreiben. Sie sind sehr liebenswürdig und bei jeder ruhigen Beobachtung kann man ihre individuellen Eigenschaften erkennen.
Ferienpass-Aktion am Palsterkamp: "Wasserforscher"
Am Dienstag, dem 02.08. fand am Palsterkamp die Ferienpass-Aktion „Wasserforscher“ rund um das Thema „Leben im Wasser“ statt. Dabei konnten elf Kinder innerhalb von drei Stunden den Lebensraum von Kleinstlebewesen im Süßbach kennenlernen. Von Stichlingen über Bachflohkrebse bis hin zu Dreiecksstrudelwürmern gab es viel zu entdecken. Spielerisch erlernten die Kinder zudem die Wichtigkeit der Erhaltung der Biodiversität. Zugleich gab es im Bach auch eine kleine Abkühlung.
Zur Unterstützung der Veranstalter waren auch unser Bundesfreiwilligendienstleistender Nick und unser Praktikant Tim dabei.
Feldgrille (Gryllus campestris)
Wiederansiedlung in Nolle (Dissen).
Jahresbericht 2019
20.10.2019
Ein Projekt der Kreisgruppe BUND Osnabrück
Zur Vorgeschichte.
Bereits 2015 hat es Pläne vom BUND gegeben Feldgrillen auf einer Fotovoltaikanlage neu anzusiedeln. Die Fläche galt als extensive Wiesenfläche mit Schafsbeweidung und nach Einschätzung vom Biologen Robert Bocsik, der bereits Wiederansiedlungsprojekte initiiert hat, als geeignet. Aufgrund komplexer Planungsvorgaben und zeitlicher Umsetzungshürden konnte erst 2018 endgültig eine Wiederansiedlung in diesem Gebiet angegangen werden. Leider hatte sich dann der Betreiber der Solaranlage überraschend und ohne Grund wieder von dem Projekt gelöst.
Das es 2018 dennoch zu einem Wiederansiedlungsprojekt kam, ist ebenso verschiedenen Verkettungen zu verdanken. Robert Boscik hatte seine Feldgrillenzucht augrund eines vorangegangenen Projekts noch aufrecht erhalten und im laufenden Jahr überdurchschnittlich gute Zuchtergebnisse bekommen- zeitgleich konnte der BUND im Rahmen seines Wiesenprojekts - Blühender Landkreis - eine ca. 1,2 ha große Wiese an südlicher Hanglage am Teutoburger Wald für das Projekt gewinnen:
„Die Tiere stammen von einer der letzten authochtonen
Populationen in der Westfälischen Bucht, ca. 40 km süd-
westlich von Nolle, vom Münsterländer Kiessandzug, der
im Bereich des Steiner Sees als Grenzertragsstandort vor allem
dem forstlichen Anbau von Kiefern diente, was die seltene Grillenart
dort nicht hat aussterben lassen, da immer ausreichend sonnige
Stellen mit Offenbodenanteilen vorhanden waren...
Zu Zeiten der Wanderschäferei hingen die westfälischen
Teilpopulationen sicher zusammen, sodass davon auszugehen ist,
dass die Tiere an die lokalen Bedingungen hier bestmöglich angepasst
sind, dies als insgesamt (ehemals) zusammenhängendes Areal zu verstehen
ist. Jedoch dort, wo die Art - was leider auf die meisten Teilpopulationen zutrifft -
einmal ausgestorben ist (=ausgerottet wurde, trifft es eher!) , kommt sie von
allein (ohne z. B. wandernde Schafherden) nicht so schnell wieder hin, weil
die Feldgrille nördlich der Alpen in aller Regel nicht, i. P. nie, flugfähig und
daher zu einer aktiven Ausbreitung nur in zusammenhängenden
Optimalhabitaten in der Lage ist (im frühen Larvenstadium).“
Robert Boscik.
Robert Boscik konnte der Wiese eine hervorragende Voraussetzung für die Feldgrillen bescheinigen- auch mögliche Ausbreitungsmöglichkeiten waren gegeben.
Nach der Mahd Mitte Juli konnte nach positiver Genehmigung des Landkreises das Wiederansiedlungsprojekt starten. 4000 Feldgrillen in allen larvalen Stadien konnte in Nolle freigesetzt werden.
R.Boscik:
"Die Zahl von Feldgrillen-(Gryllus campestris-) Larven von ca. 4000 Tieren
entspricht der Nachkommenschaft von etwa 4-12 Pärchen ausgewachsener
Feldgillen. Ein Pärchen der Art kann bis über 1000 Nachkommen hervorbringen.
Die meisten dieser vielen Juvenilen landen in den Schnäbeln junger Meisen,
den Mäulern von Eidechsen, Lurchen, Raubkäfern, Spinnen und weiteren
Beutegreifern, die z. T. wiederum selbst nicht selten Beute von Arten
jeweils höherer Tröphieebenen sein können, es oft auch werden.
Neben der Feldgrille selbst ist dies Hauptziel der Maßnahme!
Bei positiv verlaufenden Wiederansiedlungen liegt die Zahl erwachsener Grillen
im ersten Folgejahr recht niedrig und es können / konnten oft nur wenige
singende Männchen gezählt werden. Erst wenn die Art sich allmählich
am neuen (oft "neuen alten" - wenn auch viele ehemalige Standorte meist nicht
punktgenau bzw. scharf abgegrenzt kartiert worden waren in früherer Zeit...)
wieder etabliert hat, steigen die beobachtbaren Zahlen deutlicher. Im Anschluss
daran stellen sich nach und nach auch vermehrt und regelmäßiger wieder Arten
wie Raubwürger und Neuntöter, Lerchenarten u. v. a. mehr ein... Feldgrillen
sind sehr potente Zoo-Biomasse-Bildner und sind bei solchen spezielleren
Artenschutzmaßnahmen insofern nicht nur als Selbstzweck zu verstehen,
sondern auch und sogar insbesondere als "Beute", als potente Bereicherung
des Beutetierspektrums eines jedweden ausgewählten Standortes zu verstehen
bzw. auch dies ist ausdrücklich auch Ziel der Maßnahme.
Mit höchster Wahrscheinlichkeit werden 95-99 % der in diesem Jahr ausgesetzten
Feldgrillen Beute anderer Tiere oder fallen in ggfs. milden Wintern Pilzen zum Opfer.
Im schlechtesten Falle könn(t)en auch alle ausgesetzten Feldgrillen eliminiert werden.
Ganz auszuschließen ist das nie. Deshalb ist es immer am ehesten zielführend und
geboten, so viele Juvenile wie möglich auszubringen, um die Erfolgsausichten auf
eine gelungene (Wieder-)Ansiedlung zu erhöhen. Ein zuviel gibt es sinngemäß
in diesem Falle nicht! Alle Tiere, die evtl. "zu viel" wären, würden unverzüglich
aufgefressen, von Igeln, Spitzmäusen, Raubkäfern, Spinnen, Raubwanzen,
Blindschleichen u. v. a.!"
(Kopie 1)
Feldgrille (Gryllus campestris)
Wiederansiedlung in Nolle (Dissen).
Jahresbericht 2019
20.10.2019
Ein Projekt der Kreisgruppe BUND Osnabrück
Zur Vorgeschichte.
Bereits 2015 hat es Pläne vom BUND gegeben Feldgrillen auf einer Fotovoltaikanlage neu anzusiedeln. Die Fläche galt als extensive Wiesenfläche mit Schafsbeweidung und nach Einschätzung vom Biologen Robert Bocsik, der bereits Wiederansiedlungsprojekte initiiert hat, als geeignet. Aufgrund komplexer Planungsvorgaben und zeitlicher Umsetzungshürden konnte erst 2018 endgültig eine Wiederansiedlung in diesem Gebiet angegangen werden. Leider hatte sich dann der Betreiber der Solaranlage überraschend und ohne Grund wieder von dem Projekt gelöst.
Das es 2018 dennoch zu einem Wiederansiedlungsprojekt kam, ist ebenso verschiedenen Verkettungen zu verdanken. Robert Boscik hatte seine Feldgrillenzucht augrund eines vorangegangenen Projekts noch aufrecht erhalten und im laufenden Jahr überdurchschnittlich gute Zuchtergebnisse bekommen- zeitgleich konnte der BUND im Rahmen seines Wiesenprojekts - Blühender Landkreis - eine ca. 1,2 ha große Wiese an südlicher Hanglage am Teutoburger Wald für das Projekt gewinnen:
„Die Tiere stammen von einer der letzten authochtonen
Populationen in der Westfälischen Bucht, ca. 40 km süd-
westlich von Nolle, vom Münsterländer Kiessandzug, der
im Bereich des Steiner Sees als Grenzertragsstandort vor allem
dem forstlichen Anbau von Kiefern diente, was die seltene Grillenart
dort nicht hat aussterben lassen, da immer ausreichend sonnige
Stellen mit Offenbodenanteilen vorhanden waren...
Zu Zeiten der Wanderschäferei hingen die westfälischen
Teilpopulationen sicher zusammen, sodass davon auszugehen ist,
dass die Tiere an die lokalen Bedingungen hier bestmöglich angepasst
sind, dies als insgesamt (ehemals) zusammenhängendes Areal zu verstehen
ist. Jedoch dort, wo die Art - was leider auf die meisten Teilpopulationen zutrifft -
einmal ausgestorben ist (=ausgerottet wurde, trifft es eher!) , kommt sie von
allein (ohne z. B. wandernde Schafherden) nicht so schnell wieder hin, weil
die Feldgrille nördlich der Alpen in aller Regel nicht, i. P. nie, flugfähig und
daher zu einer aktiven Ausbreitung nur in zusammenhängenden
Optimalhabitaten in der Lage ist (im frühen Larvenstadium).“
Robert Boscik.
Robert Boscik konnte der Wiese eine hervorragende Voraussetzung für die Feldgrillen bescheinigen- auch mögliche Ausbreitungsmöglichkeiten waren gegeben.
Nach der Mahd Mitte Juli konnte nach positiver Genehmigung des Landkreises das Wiederansiedlungsprojekt starten. 4000 Feldgrillen in allen larvalen Stadien konnte in Nolle freigesetzt werden.
R.Boscik:
"Die Zahl von Feldgrillen-(Gryllus campestris-) Larven von ca. 4000 Tieren
entspricht der Nachkommenschaft von etwa 4-12 Pärchen ausgewachsener
Feldgillen. Ein Pärchen der Art kann bis über 1000 Nachkommen hervorbringen.
Die meisten dieser vielen Juvenilen landen in den Schnäbeln junger Meisen,
den Mäulern von Eidechsen, Lurchen, Raubkäfern, Spinnen und weiteren
Beutegreifern, die z. T. wiederum selbst nicht selten Beute von Arten
jeweils höherer Tröphieebenen sein können, es oft auch werden.
Neben der Feldgrille selbst ist dies Hauptziel der Maßnahme!
Bei positiv verlaufenden Wiederansiedlungen liegt die Zahl erwachsener Grillen
im ersten Folgejahr recht niedrig und es können / konnten oft nur wenige
singende Männchen gezählt werden. Erst wenn die Art sich allmählich
am neuen (oft "neuen alten" - wenn auch viele ehemalige Standorte meist nicht
punktgenau bzw. scharf abgegrenzt kartiert worden waren in früherer Zeit...)
wieder etabliert hat, steigen die beobachtbaren Zahlen deutlicher. Im Anschluss
daran stellen sich nach und nach auch vermehrt und regelmäßiger wieder Arten
wie Raubwürger und Neuntöter, Lerchenarten u. v. a. mehr ein... Feldgrillen
sind sehr potente Zoo-Biomasse-Bildner und sind bei solchen spezielleren
Artenschutzmaßnahmen insofern nicht nur als Selbstzweck zu verstehen,
sondern auch und sogar insbesondere als "Beute", als potente Bereicherung
des Beutetierspektrums eines jedweden ausgewählten Standortes zu verstehen
bzw. auch dies ist ausdrücklich auch Ziel der Maßnahme.
Mit höchster Wahrscheinlichkeit werden 95-99 % der in diesem Jahr ausgesetzten
Feldgrillen Beute anderer Tiere oder fallen in ggfs. milden Wintern Pilzen zum Opfer.
Im schlechtesten Falle könn(t)en auch alle ausgesetzten Feldgrillen eliminiert werden.
Ganz auszuschließen ist das nie. Deshalb ist es immer am ehesten zielführend und
geboten, so viele Juvenile wie möglich auszubringen, um die Erfolgsausichten auf
eine gelungene (Wieder-)Ansiedlung zu erhöhen. Ein zuviel gibt es sinngemäß
in diesem Falle nicht! Alle Tiere, die evtl. "zu viel" wären, würden unverzüglich
aufgefressen, von Igeln, Spitzmäusen, Raubkäfern, Spinnen, Raubwanzen,
Blindschleichen u. v. a.!"