Landschaftspflege

Extensive Landschaftspflege im Südkreis von Osnabrück

Das Insektensterben ist allgegenwärtig und doch werden immer öfter natürliche Flächen den endlosen Reihen der Monokulturen hinzugefügt. Früher, ältere Leser werden sich möglicherweise noch erinnern, fand man an den Hängen und anderen „schwierigen“ Flächen Wiesen, die von Wanderschäfern mit ihren Tieren genutzt wurden. Mit modernen Maschinen werden aus diesen wichtigen Biotopen artenarme Äcker.

Was tut man also gegen diese Entwicklung, die dem Artenreichtum unserer Region solchen Schaden zufügt? Die Kreisgruppe Osnabrück unterhält seit Jahren circa 14 Hektar in extensiver Landwirtschaft als Teil des Projektes „Blumiger Landkreis“. Dieses Projekt zeigt schon lange seinen erheblichen Einfluss auf die biologische Vielfalt des Südkreises. Mehrmals jährlich führen wir umfangreiche Bestandskontrollen durch und dokumentieren stets Besonderheiten. Auf unseren Wiesen sähen wir die Osnabrücker Wildblumenmischung aus, die von Professoren der Hochschule entwickelt wurde, um im Osnabrücker Land auf allen Böden zu gedeihen.

Unser Prestige-Projekt befindet sich in Dissen an einem sonnigen Südhang. Es handelt sich um eine circa 4 Hektar große Wildblumenwiese, die einen optimalen Lebensraum für zahlreiche Insektenarten, darunter unzählige Heuschrecken und Schmetterlinge. Unsere interessantesten Bewohner sind aber die sogenannten Feldgrillen. Diese Grillenart war bis vor einigen Jahrzehnten auf allen Wiesen Deutschlands heimisch, wurde aber aufgrund von abnehmendem Lebensraum immer weiter zurückgedrängt, bis sie heutzutage sogar stark bedroht ist. Vor einigen Jahren hat der BUND circa 4000 Feldgrillen ausgewildert, die sich prächtig entwickelt haben und deren Nachkommen auch die umliegenden Flächen besiedelt haben. Da die meisten Mähmethoden sehr schädlich für Insekten sind, pflegen wir diese Fläche mit der für Tiere und Pflanzen schonendsten Methode: das Abgrasen durch Schafe. Unsere Wald- und Kamerunschafe sind Teil der extensiven Wiesenpflege, indem sie immer andere Bereiche abfressen und so der Kreislauf aus Wachsen und Aussamen immer stellenweise erhalten bleibt.

BUND-Kreisgruppe Osnabrück mit Landschaftspflegebüro in der Noller Schlucht

Ab Januar 2019 kann der Kreisgruppe BUND Osnabrück sein neues Büro in der Noller Schlucht beziehen.  Das Landschaftspflegebüro ist eine Erweiterung der Geschäftsstelle in Osnabrück, dem Naturschutzzentrum am Zoo. Derk van Berkum (links), Geschäftsführer der Noller Schlucht, begrüßt ausdrücklich den Einzug und unterstreicht die gemeinsamen Ziele der beiden Institutionen. Berkum und Beckwermert möchten in Zukunft sukzessiv kooperative Projekte in der Umweltbildung, im Naturschutz und in der Landschaftspflege angehen: Kräfte bündeln und effektiv einsetzen, so die Richtschnur der beiden. Beckwermert:, Mit unseren landkreisweitem Projekt „Blühender Landkreis“, der Pflege und Schaffung von Streuobstwiesen, das Artenschutzprogramm „Feldgrille“ und der Betreuung der Naturwaldfläche Palsterkamp (JuNEP) haben wir große Arbeitsfelder im Südkreis, die aus dem Büro zentral und ortsnah gesteuert werden können. Naturschutz, Umweltschutz und die großartige Leistung in der Umweltpädagogik in der Noller Schlucht sind eine Einheit- daraus sollte unsere Zusammenarbeit schöpfen.“

Der BUND betreut z.Z. 9ha Wiesen und Randstreifen, um extensive Flächen für Insekten zu schaffen, zudem übernimmt der BUND 2019 Randstreifen um Bad Rothenfelde, auch hier geht es um einen Kurswechsel in der Landschaftspflege- weitere private Flächen im Südkreis ergänzen das Projekt, um die fehlende Biotopvernetzung, die u.a. als Schlüsselaufgabe der Biodiversität gesehen wird, wieder zu ermöglichen.

Am Donnerstag, den 10.1. übergab Derk van Berkum offiziell den Schlüssel an Matthias Beckwermert.

Ansprechpartner

Matthias Beckwermert


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